Kenia, zwei Herzen finden sich - Roman

Kenia, zwei Herzen finden sich! 
Großer abgeschlossener Roman!


Es regenete mal wieder; mit Regenjacke und wasserdichten Stiefeln ging Kenia den Weg an den Klippen entlang, hinunter zum Strand. Das Wetter war oft regnerisch, was für den Monat April in Cornwall sehr typisch war. Kenia fröstelte, denn sie war dieses regnerische, kühle Wetter nicht gewöhnt. In den vier Wochen, in denen Sie hier weilte, hatte sie sich noch nicht eingelebt. Nun hatte Sie den Strand erreicht und schaute nachdenklich in die Wellen des Meeres. Der Wind war stärker geworden und die Wellen kamen nun weiter an den Strand. Sie musste einige Schritte zurückgehen, damit das Wasser nicht in ihre Stiefelschäfte lief.

*

Kenia seufzte und konnte sich mit Ihrer Situation noch immer nicht abfinden. Es kam ihr vor wie ein böser Traum. Vor wenigen Wochen noch, war sie in Afrika. Dort hatte sie, bis auf die letzten vier Wochen, ihr ganzes Leben verbracht. Ihre Eltern waren als Ärzte in Afrika tätig und Kenia wurde in Kenia geboren. Daher stammte auch ihr Vorname, den ihr die Eltern gaben. Sie wuchs inmitten der Eingeborenen auf und hatte viele Freunde. Sie ging mit den Eingeborenen Kindern in die Schule und lernte dort alles, was sie auch an anderen Schulen in England gelernt hätte. Sie vermisste nichts, denn sie hatte ein abwechslungsreiches Leben mit den vielen Tieren und der großartigen und vielfältigen Natur Afrikas. Als Kenia zum Teenager heranwuchs, schickten Ihre Eltern sie auf ein Internat nach Südafrika. Dort hatten Sie gute Kontakte zu ehemaligen Kommilitonen. Diese waren als Ärzte in Südafrika tätig.
Auch dort kam Kenia gut zurecht, denn sie konnte Ihre Eltern oft besuchen. Kenia hatte ihren Abschluss mit Auszeichnung bestanden und sollte in diesem Sommer mit dem Studium beginnen.

Vorher wollte Sie einige Wochen mit den Eltern durch Afrika reisen. Einen Tag bevor die Reise losgehen sollte passierte es.

Die Eltern wurden zu einem Notfall in einem entlegenen Dorf gerufen, das man auf letzter Strecke nur zu Fuß erreichen konnte. Die Strecke war beschwerlich und man musste einige Hindernisse und Flüsse überqueren.

Man beschloss die Reise um zwei Tage zu verschieben und die Eltern machten sich auf den Weg. Kenia blieb zurück und versprach schon mal allein mit den Reisevorbereitungen zu beginnen. So begann sie zu packen. Das Wetter machte ihr Sorgen, denn es regnete immer stärker, Gewitter und Sturm zogen auf. Kenia wurde immer unruhiger, doch es half nichts, das Wetter blieb stürmisch und regnerisch. Kenia war die ganze Nacht wach und krank vor Sorge. Und die war berechtigt. Am späten Vormittag gab es noch immer keine Nachricht von den Eltern. Das Wetter hatte sich beruhigt und ein Suchtrupp wurde hinausgeschickt.

Zitternd am Wegesrand fand man dann drei der Begleiter der Eltern, die die ganze Nacht dort am Fluss verbracht hatten, der durch den vielen Regen zu einem reißenden Strom geworden war.

Bevor die drei die Hängebrücke, die über den Fluss führte, betreten hatten, kam eine große Welle und riss die Eltern und die zwei weiteren Begleiter mit sich. Sie hatten keine Chance sich gegen diese Wassermassen zu wehren.

Als Kenia diese Nachricht hörte, erstarrte sie. In den nächsten Tagen und Wochen war sie wie gelähmt. Die Eltern waren die einzigen Verwandten die sie auf der Welt kannte. Nun waren sie beide tot. Die Freunde der Eltern, Samantha und Collin, die in Südafrika lebten, kamen angereist und nahmen sich Kenia an. Sie wussten, dass die Mutter einen Onkel in England hatte. Zu dem war, keiner wusste warum, irgendwann war der Kontakt abgebrochen und Kenia kannte diesen Onkel nicht. Samantha und Collin stellten Nachforschungen an, um die Adresse herauszufinden. Sie stellten den Kontakt mit dem Onkel her und baten ihn Kenia aufzunehmen oder ihr wenigstens eine Möglichkeit zu bieten nach England überzusiedeln.

Kenias Eltern waren, als sie starben noch jung und hatten keine Ersparnisse. So war Kenia nun mit ihren zwanzig Jahren mittellos und ohne Berufsausbildung.

Der Onkel antwortete auf Samanthas und Collins Nachfrage, dass er natürlich nicht jemanden kostenlos durchfüttern wolle. Er sei aber sowieso auf der Suche nach einer Gouvernante für seinen 10-jährigen Enkelsohn Kevin. So könne Kenia diese Stelle bei ihm antreten.

Kenia war daher vor vier Wochen aus Afrika angereist und fühlte sich, so wie sie hier am Strand weilte, überaus unglücklich und unerwünscht.

Nun, da Sie am Strand entlangging, schaute Sie auf die Uhr und erschrak, dass es schon so spät war. Sie hatte ihren Gedanken nachgehangen und dabei war die Zeit so schnell vergangen. Das passierte ihr in den letzten Wochen oft. Es war jetzt halb drei und um drei Uhr musste Sie mit Kevin die Hausaufgaben machen. Für den Weg zum Herrenhaus, Carrington Castle, benötigte sie mindestens zwanzig Minuten, wenn sie sich beeilte und den größten Teil der Strecke im Dauerlauf zurücklegte.

Also lief Sie den Weg so schnell sie konnte zurück und betrat völlig außer Atem und bis auf die Haut durchnässt die große, vornehme Eingangshalle des Herrenhauses. Zum Glück war die Tür nicht verschlossen und niemand sah sie hineinkommen. Sie lief die Treppe hinauf und verschwand schnell in ihrem Zimmer. Für eine warme Dusche blieb keine Zeit. So streifte sie rasch die nassen Kleider ab und zog sich frisch an.
Nun schnell die Treppe wieder hinunter und in die Bibliothek, die zugleich Hausaufgaben- und Lernbereich von Kevin war. Auch sein Vater und sein Großvater haben hier gelernt und ihre Hausaufgaben gemacht. So saß Kevin nun nach alter Tradition am Kopf des langen Studiertisches, der mitten in der Bibliothek stand. Dieser hatte einige Jahrhunderte auf dem Buckel, so wie das ganze Haus und das meiste des Mobiliars. Das dunkle Holz glänzte und acht schwere dunkle Holzstühle mit hohen Rückenlehnen standen um diesen Tisch herum. Kevin saß schon an seinem Platz und schaute auf die große Standuhr, die ein modernes elektronisches Uhrwerk besaß und daher ganz genau ging.. Es war genau zwei Minuten vor drei Uhr. „Guten Tag Kevin,“ sagte Kenia. „Dann lass uns gleich beginnen. Womit fangen wir heute an?“ Statt einer Antwort holte Kevin sein Französischbuch aus der Mappe und schlug das zu lernende Kapitel auf.



Kenia fragte Vokabeln ab und ging mit ihm die ganze Lektion durch. Sie machte ihre Sache sehr gründlich und Kevin war intelligent aber nicht so lernwillig, wie er eigentlich sein sollte. Er war sowieso ein stiller und zurückhaltender Junge, der in jungen Jahren schon ohne Mutter aufwuchs.
Über Kevins´s Mutter wurde so gut wie nie gesprochen. Kenia wusste nur, dass sie starb, als Kevin zwei Jahre alt war. So konnte er selbst sich gar nicht mehr an seine Mutter erinnern. Sie hatte Mitleid mit dem Jungen, der in diesem düsteren Herrenhaus zusammen mit seinem Großvater lebte, dem Earl of Carrington. Sein Sohn, der junge Earl of Carrington lebte meist in London, wo sich auch der Firmensitz des Familienunternehmens befand. Der Familie Carrington gehörte die größte Konservenfabrik Europas und der junge Earl of Carrington hatte vor vielen Jahren, als sein Vater den ersten Herzinfarkt bekam, die Leitung der Werke übernommen. Für seinen Sohn Kevin hatte er daher nur wenig Zeit. Vater und Sohn sahen sich nur gelegentlich. So empfand Kenia Mitleid mit dem Jungen, da dieser seine Tage meist allein verbrachte.

Der alte Earl of Carrington war ein strenger und autoritärer Mann, der keinen Widerspruch duldete und sich mit Kindern nicht richtig beschäftigen konnte.
Er liebte seinen Enkel sehr, doch er zeigte es selten. Er lebte in seinen Traditionen und nach strenger englischer Etikette, wie es früher so üblich war.



*
Nachdem Kenia und Kevin die Französisch-Lektion beendet hatten, war es Zeit für den Tee. Diesen nahmen Sie gemeinsam – wie meist alle Mahlzeiten - mit Kevin´s Großvater im kleinen Salon ein. Auch dieser war mit echt antiken Möbeln eingerichtet. Ein an sich dunkler Raum, der aber durch die dunklen glänzenden Möbel und die hellbraune Ledergarnitur gemütlich wirkten. Auch hier hing, wie in allen anderen Räumen ein prachtvoller Kronleuchter an der hohen Stuckdecke.

*

Als sie den kleinen Salon betraten, hatte der Earl of Carrington schon seinen Platz im hellbraunen Ledersessel eingenommen.
Kevin nahm seinen Platz auf der Couch ein und Kenia setzte sich in den Ledersessel gegenüber. Sally, das Dienstmädchen brachte Tee und Gebäck. „Und wie geht es voran, mit Kevin´s Französisch-Lektionen? Beherrscht er schon einige der unregelmäßigen Verben?“fragte der Earl of Carrington an Kenia gewandt. „Oh ja, ich denke, wir haben in den letzten Wochen gute Fortschritte gemacht. Kevin ist ein aufgeweckter Junge, man muss ihn halt nur mehr zum Lernen motivieren.“. Bis auf dieses Gespräch verlief die Teezeit schweigsam und nach zwanzig Minuten zog Kevin´s Großvater sich in seine Räume zurück um den Rest des Tages mit seinen Büchern zu verbringen. Die meiste Zeit verbrachte der Earl damit, in seinem Park spazieren zu gehen und dabei unterhielt er sich gern mit seinen Gärtnern. Der Park und der Garten waren ihm wichtig, denn er selbst beschäftigte sich mit der Zucht von Rosen und Orchideen. Auch im Stall sah man ihm oft. Direkt neben dem Herrenhaus war der Pferdestall in dem sechs Pferde gehalten wurden. Die Pferde waren das Hobby des alten und jungen Earl of Carrington. Damit die Pferde regelmäßig bewegt wurden waren Stallknechte und ein Bereiter angestellt worden. Der alte Earl ritt gelegentlich, wenn seine Gesundheit es gerade zuließ, auf seinem Pferd in Begleitung eines Stallburschen. Sein Sohn, Edward Earl of Carrington war begeisterter Reiter und ritt regelmäßig, wenn er in Carrington Castle weilte.

Kenia, die eine gute Reiterin war, wäre gern auf einem der prachtvollen Pferde geritten, doch bis jetzt hatte sie sich nicht zu fragen getraut., ob auch sie gelegentlich reiten dürfte. Nach dem Tee war Kevin verschwunden und Kenia hatte noch nicht herausgefunden, wo er seinen Tag meist verbrachte.

Es war jetzt viertel vor fünf Uhr. Der Regen war strahlendem Sonnenschein gewichen und Kenia beschloss das nun gute Wetter für einen ausgiebigen Spaziergang im Park zu nutzen. Als sie so etwa eine Viertelstunde auf den gepflegten Wegen gegangen war, entdeckte Sie einen kleinen Trampelpfad, der zwischen den dichten Tannen hindurchführte. Neugier beschlich sie und sie beschloss einfach diesen Pfad entlang zu gehen, um zu sehen wo dieser hinführte. Als Sie durch die Tannen hindurch war, stand sie in einem verwilderten Teil des Parkes. Hier gab es die schönsten wilden Blumen und Büsche. Hohe alte Bäume, die aber weit auseinander standen bildeten so eine Lichtung, die einem Glauben machte, dass man sich mitten in einem Wald auf einer Lichtung befand. Die Sonne tat ihr übriges um diesen Ort zu einer angenehmen Oase zu machen.Ein kleiner Bach lief mitten durch diese Wildnis. Über diesen führte eine schmale Holzbrücke. Weiter hinten, am Ende der Lichtung, stand eine etwas kleinere Buche. Als Kenia genauer hinsah, entdeckte Sie Leitersprossen, die den Baumstamm hinaufführten und oben in den dicken Ästen ein schönes Baumhaus aus Holz, mit großen verglasten Fenstern. Oben auf der Plattform vor dem Haus, saß Kevin und beobachtete mit einem Fernglas die Vögel. Sein dunkelblondes Haar leuchtete in der Sonne goldhell und er war ganz auf das Beobachten der Vögel konzentriert. Als Kenia überlegte ob sie sich bemerkbar machen sollte, da schaute Kevin zu ihr herab. „Hallo,“ rief er, „willst Du nicht raufkommen?“

Kenia schaute misstrauisch auf die Stufen, doch sie wollte Kevin, der in den letzten Wochen sehr zutraulich zu ihr geworden war, nicht enttäuschen. Also begann sie die Stufen nach oben zu klettern. Ein Halteseil erleichterte den Aufstieg. Als sie endlich oben war, führte Kevin Sie ins Baumhaus. Es hatte sogar ein regendichtes Dach und war innen spärlich, aber recht anheimelnd eingerichtet. Die Möbel hatte Kevin zum Teil selbst gebaut und beim Bau dieses Baumhauses half im Sam, der Gärtnergehilfe, mit dem Kevin sich im Laufe der Zeit angefreundet hatte. Am Fenster des Baumhauses war ein kleiner Schreibtisch, mit allen möglichen Schreibutensilien darauf. Auch die beiden Stühle und der andere kleine Tisch waren stabil und zweckmäßig gebaut. Auf dem Tisch stand eine Kerze und eine Dose mit Keksen. Hier oben verbrachte Kevin so manche Stunde und beobachtete die Vögel und die Tiere mit dem Fernglas.





Als Kenia alles gesehen hatte, verabschiedete sie sich von Kevin und ermahnte ihn noch, vorsichtig zu sein und nicht zu spät zum Abendessen zu kommen. Kevin versprach ihr pünktlich zu sein und dass er schon auf sich aufpassen werde.

Kenia ging zum Herrenhaus zurück und suchte ihr Zimmer auf. Bis zum Abendessen hatte sie noch eine Stunde Zeit. Die wollte sie nutzten um ein heißes Duschbad zu nehmen, sich umzuziehen und noch etwas auszuruhen.

Pünktlich um 19.30 Uhr saßen alle drei zum Dinner angekleidet an der großen Tafel im Speisezimmer. Sally das Dienstmädchen und Josef, der Butler, trugen das Essen auf und versorgten die Familie mit den gewünschten Getränken. Da Kenia nicht daran gewöhnt war Alkohol zu trinken, nahm sie zum Dinner nur Wasser. Zum Essen gab es Rostbeaf mit verschiedenen Gemüsearten. Kenia hatte keinen großen Hunger und nahm nur wenig von allem. Der Earl schaute sie längere Zeit an. Mit ihren goldbraunem vollem und gelockten langen Haaren, ihrem hellen Teint und dem ausdrucksvollem Gesicht, gab sie ein schönes Bild ab. Wunderschön sah sie aus, in dem dunkelgrünen Kleid, das ihre schlanke Figur unterstrich. Nach dem Essen zog jeder sich in seine Räume zurück.

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Die Tage in Carrington Castle vergingen einer wie der andere gleichförmig. Man traf nicht viele Menschen in den Feldern und Wäldern um Carrington Castle, da alles Privatbesitz der Earl of Carrington war und die nächsten Nachbarn einige Meilen entfernt wohnten. Auch der nächste Ort, in dem es auch einen kleinen Fischer- und Yachthafen gab, lag nicht in direkter Nähe des Anwesens. Ging man den Weg in den nächsten Ort zu Fuß, dann hatte man einen Fußweg von gut 45 Minuten vor sich. Zu bestimmten Zeiten fuhr auch der Bus. Die Haltestelle konnte man in gut 15 Minuten erreichen.
Es war schon Anfang Mai und das Wetter war sommerlich. Die Sonne schien schon seit den frühen Morgenstunden und Kenia wollte heute in den Ort gehen um einzukaufen, was sie an kleinen Dingen so benötigte. Sie machte sich auf den Weg zur Haltestelle und nahm den Bus. In Hamshire angekommen, ging sie in den kleinen Supermarkt und danach besorgte sie sich weitere Toilettenartikel in der Drogerie. Sie schaute sich die Auslagen weiterer Läden an und bummelte durch die Straßen. In dieser Jahreszeit begegnete man schon den ersten Touristen, die man im Sommer hier zahlreich antreffen konnte. Sehr beliebt bei Touristen waren die schönen Strände von Cornwall und auch die guten Angel- und Wassersportmöglichkeiten. Viele Urlauber hatten hier ihre Segelyacht im Yachthafen liegen. Als Kenia mit ihren Einkäufen fertig war, wollte sie den nächsten Bus nehmen. An der Haltestelle angekommen sah sie, dass der nächste Bus erst in einer Stunde fuhr. Sie überlegte kurz und beschloss dann, den Weg bis nach Carrington Castle zu Fuß zurückzulegen. Als sie so eine Viertelstunde gegangen war, hielt ein weißes Cabriolet neben ihr. „Hallo“, sagte freundlich der junge Mann, der am Steuer des Wagens saß. „Darf ich Sie ein Stück mitnehmen? Ich glaube wir haben fast den gleichen Weg.“ „Hallo“ sagte Kenia freundlich aber zurückhaltend. „Woher kennen Sie mich denn?“ „In solch kleinen Orten wie Hampshire und Umgebung spricht sich alles schnell herum,“ antwortete er. „Daher weiß ich, dass Sie seit kurzem in Carrington Hall wohnen. Mein Name ist Jeff Morris. Meinen Eltern gehört das Anwesen drei Meilen westlich von Carrington Hall. Ich bin in einem Jahr mit meinem Jurastudium fertig und verbringe die gerade begonnenen Semesterferien bei meinen Eltern.“

„Danke, sehr gern fahre ich mit Ihnen“ antwortete Kenia und setzte sich auf den Beifahrersitz, nachdem Jeff Ihr ritterlich die Tür geöffnet hatte. Kenia fand Jeff sehr sympathisch und freute sich darüber, dass sie jemanden gefunden hatte, mit sie sich unterhalten konnte. Als Sie am Herrenhaus von Carrington Hall ankamen, lud Jeff sie für den nächsten Tag zum Tee ein. Kenia nahm die Einladung des freundlichen jungen Mannes gern an. Endlich mal eine Abwechslung in dieser sonst so stillen Einöde.

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Im Haus angekommen, war es bald Zeit zum Lunch. Kenia ging in ihr Zimmer und zog sich um. Zum Lunch entschied sie sich für eine lange blaue Hose und einen hellen Pulli, was ihr ausgezeichnet stand. Ihre langen Haare hatte sie zu einem Zopf geflochten. Sie aß mit gutem Appetit und sprach über Ihre Einladung zum Tee. Der Earl of Carrington zog die Augenbrauen hoch und sagte: „Der junge Morris war schon immer tüchtiger aufgeweckter Junge. Er wird als Anwalt wohl seinen Weg gehen, obwohl die Eltern sich gewünscht hätten, dass er mehr Interesse am elterlichen Gut gezeigt hätte. Aber es ist wohl nicht jedermanns Sache, in der Einsamkeit Cornwalls zu leben.

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Am nächsten Nachmittag hielt pünktlich um halb vier das weiße Cabriolet von Jeff Morris vor dem Eingang des Herrenhauses. Als Kenia den Wagen sah ging sie schnell hinaus und stieg in den Wagen. „Hallo“ sagte Jeff ganz unbefangen und freundlich. Kenia grüßte unbefangen zurück und freute sich auf diese ungewohnte Zerstreuung, die ihre sonst so eintönigen Tage hier aufhellte.

Der Nachmittag ging schnell vorbei und sie unterhielt sich angeregt mit Jeff`s Eltern und Jeff. Sie erzählte von ihren Eltern und von ihrem Leben in Afrika. Jeff´s Eltern nahmen großen Anteil an ihrem Schicksal und luden sie ein, gelegentlich mal bei ihnen vorbeizuschauen. Jeff fuhr Kenia wieder heim und sagte, dass er sich freuen würde, sie ab und zu einladen zu dürfen. Kenia bejahte erfreut, denn sie war froh nun einige Bekannte gefunden zu haben.

Während der Heimfahrt schaute Jeff sie verstohlen von der Seite an, Ihm gefiel die junge Frau, die mit ihren 19 Jahren fast eher noch ein junges Mädchen war und er freute sich, sie gelegentlich zu sehen.

In Carrington Castle angekommen, kam ihr freudestrahlend Kevin entgegen. So fröhlich hatte Kenia den Jungen selten gesehen. Er lachte und hüpfte aufgeregt vor ihr herum. „Am Wochenende kommt mein Vater für einige Wochen nach Hause. Ich freue mich schon darauf,“jubelte er.“ Wir wollen dann zusammen mit dem Boot rausfahren und Angeln.“

Kenia beschlich ein Gefühl, das sie nicht beschreiben konnte. Eines Teils war sie gespannt den jungen Earl, Kevin´s Vater kennen zu lernen, andererseits war ihr auch etwas mulmig zumute. Wenn Kevin´s Vater kam, dann war sie ja in den nächsten Wochen relativ überflüssig, dann hatte sie wohl gar nicht viel zu tun und es war ohnehin schon langweilig genug hier.

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Am Mittwoch kam vormittags ein Anruf von Jeff Morris für sie. Er lud sie am Nachmittag zum Ausritt ein. Beim letzten Treffen hatte sie beiläufig erwähnt, dass sie in Afrika viel geritten sei und das Reiten seitdem etwas vermisste. Sie erwähnte auch, dass der Earl of Carrington ein sehr unnahbarer Mann sei und sie sich bis jetzt noch nicht getraut hatte, ihn zu fragen, ob sie ihn auf einem Ausritt begleiten dürfe.

Nachdem sie am Mittwoch mit Kevin die Hausaufgaben erledigt und den Tee eingenommen hatte, kleidete Kenia sich um und lief dann in Stiefeln und Reithosen vor das Portal von Carrington Castle. Dort wartete Jeff schon in seinem weißen Cabriolet. Auch er trug Reithosen und Stiefel. Die Morrissons besaßen zwölf Pferde, mit denen sie auch züchteten. Das war das Hobby von Jeff´s Vater, der in der Bewirtschaftung seines Anwesens aufging.
Jeff selbst ritt einen großen Fuchswallach, der kräftig und temperamentvoll mit den Hufen stampfte. Kenia ritt eine Schimmelstute, die zwar temperamentvoll, aber leicht zu reiten war. Sie beide waren sehr gute Reiter und jagten im vollen Galopp über die Wiesen. Sie ritten einen Weg entlang der Klippen, der hinunter zum Strand führte.

Kenia genoss diese Abwechslung. Schon lange war nicht mehr so leicht ums Herz gewesen wie an diesem Nachmittag. Die Zeit verflog im Nu und bald waren sie wieder am Hof der Morrisons angekommen. Sie sattelten die Pferde ab und brachten sie auf die nahegelegene Koppel.

Kenias grüne Augen leuchteten, ihre langen lockigen Haare waren vom Wind zerzaust und ihre roten Lippen leuchteten in dem sonst so schönen Gesicht. Sie wusste gar nicht wie reizvoll sie aussah und Jeff musste sie immer wieder anschauen.

Die Einladung zum Dinner wollte sie nicht annehmen, da sie in Carrington Hall erwartet wurde. So fuhr Jeff sie heim und sagte:“Ich würde mich freuen, wenn wir einen solchen Tag öfter wiederholen könnten.“ „Gern“ antwortete Kenia, „in den nächsten Wochen bin ich hier wohl relativ entbehrlich, da Kevin´s Vater zum Wochenende kommt und einige Wochen bleiben wird.“ Zum Abschied reichte sie Jeff die Hand, die er einen Moment länger als notwendig hielt. Als er fuhr winkte sie ihm fröhlich nach.


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Es war Samstag Mittag, als ein dunkelblauer Bentley vorfuhr. Ein kräftiger Mann Ende dreißig stieg aus. Er hatte das gleiche dunkelblonde Haar und die gleiche kräftige Nase wie Kevin. Das muss wohl Kevins Vater sein, dachte Kenia, die die Ankunft von ihrem Fenster aus beobachten konnte. Sie wusste nicht warum, aber sie konnte ihren Blick mich von ihm wenden. Der Anblick dieses Mannes zog sie magisch an. Mit Mühe nur konnte sie ihre Augen von ihm abwenden und schalt sich närrisch, als sie sich umdrehte und zu ihrem Schreibtisch ging. Bis zum Lunch hatte sie noch eine halbe Stunde Zeit und so wollte Sie noch Ihre Sachen ordnen. Pünktlich zum Lunch trat sie in den Speisesaal und wurde sogleich von Earl of Carringten dem Sohn vorgestellt.
Als sie so klein und zierlich vor dem 1,90 m großen und kräftigen Earl of Carrington stand begann ihr Herz plötzlich kräftig zu rasen. Sie reichte ihm die Hand zur Begrüßung und es war ein unbeschreibliches Gefühl, dass sie spürte, als ihre kleine zierliche Hand in seiner großen fast verschwand. Der Händedruck war warm und angenehm und ein unbeschreibliches Gefühl durchzuckte ihren Körper. Sie schaute zum Earl of Carrington auf und direkt in seine forschenden graublauen Augen. Dann ließ er ihre Hand los und man ging zu Tisch.

Nach der Mahlzeit ging Kenia hinaus um etwa spazieren zu gehen und in Ruhe nachzudenken. Sie schlenderte zum Strand und setzte sich dort auf einen der großen Steine. Nachdenklich schaute sie in die Wellen und versuchte ihre Gefühle in Ordnung zu bringen. Sie schalt sich eine Närrin und sagte sich, dass sie als entfernte Verwandte, die als Gouvernante den Sohn betreute, wohl kaum von einem solchen Mann wahrgenommen würde.

Zum Tee war sie wieder daheim und vermied es, den Earl allzu oft anzuschauen. Kaum war die Teezeit beendet ging sie auf ihr Zimmer und legte sich auf das Bett, um etwas auszuruhen.
Kenia war fest eingeschlafen und wachte rechtzeitig auf, dass sie sich noch zum Dinner umkleiden konnte.

Sie setzte sich an den Frisiertisch vor den Spiegel und kämmte ihr langes Haar. Heute fiel es in besonders schönen Locken über ihre zarten Schultern. Zum Dinner wählte sie ihr blaues Kleid aus, das ihr besonders gut stand. Ihr einziger Schmuck waren die goldenen Ohrringe und ein Kettchen mit einem goldenen Medaillon, in dem sie die Bilder der geliebten Eltern verwahrte.

Kenia trat aus ihrem Zimmer und lief direkt Edward, Earl of Carrington in die Arme. Er bot ihr höflich den Arm und führte sie die Treppe hinunter bis in den Speisesaal hinein. Verwirrt setzte Kenia sich an Ihren Platz. Sie war verlegen und hatte Angst, dass der Earl, der ihr gegenüber saß, dieses bemerkte. Als sie kurz darauf aufschaute, bemerkte sie, dass er sie aufmerksam musterte. Sofort schlug sie ihre Augen nieder und begann mit dem Essen.

Nach dem Essen war sie eingeladen mit den beiden Männern im kleben Salon noch einen Cocktail zu nehmen. Es wäre ihr lieber gewesen gleich in ihr Zimmer zu gehen, denn die Gegenwart des jungen Earl verwirrte sie. Sie wusste nicht warum ihre Gefühle so in Aufruhr gerieten.

Im kleinen Salon saß sie auf der Couch, die beiden Männer nahmen auf den Sesseln Platz. Kevin hatte sich zur Nacht von ihnen verabschiedet und war nach oben, auf sein Zimmer gegangen.

William, Earl of Carrington, der Senior der Carringtons fragte seinen Sohn nach den laufenden geschäftlichen Angelegenheiten. Die beiden Männer unterhielten sich angeregt und Kenia hatte Zeit nachzudenken. Sie war froh, dass Sie zu dieser Unterhaltung nichts beitragen musste und so auch nicht viel reden musste. Das hätte sie noch mehr verwirrt. Sie nippte an ihrem Cocktail und hing eigenen Gedanken nach. Plötzlich merkte Sie, dass Edward sie anschaute, ja geradezu musterte und das machte sie ganz verlegen. „Morgen mache ich mit Kevin einen Ausflug mit unserem Boot. Kevin möchte gern dass Du mitkommst,“sagte er. „Ja gern,“ antwortete sie überrascht. „Wann soll ich denn morgen fertig sein?“ Wir fahren gleich nach dem Frühstück um 9 Uhr hier los.“ sagte Edward. „Gut,“ antwortete Kenia, „ich bin dann pünktlich fertig“.

Gegen 22 Uhr verließen alle den kleinen Salon und jeder ging in sein Schlafzimmer. Kenia zog ihr langes Nachthemd an, öffnete die beiden Fensterflügel ihres Fensters und schaute im Bett liegend den Mond und die Sterne an. Irgendwo in weiter Ferne rief eine Eule.

Kenia schlief unruhig und war schon im Morgengrauen wach. Sie duschte früh und zog sich an. Sie wählte einen sportlichen blauen Pullover, eine weiße sportliche Hose und flache Leinenschuhe. Sie hoffte, dass das zum Fahren mit dem Boot die geeignete Kleidung war.

Nach dem Frühstück fuhren sie im Bentley davon Richtung Yachthafen Hamshire. Auf Kenia´s Schoß stand der große Picknickkorb, den die Köchin Betty den dreien gepackt hatte. Der Ausflug sollte ja einige Stunden dauern, also mussten sie ihren Lunch auf dem Boot einnehmen. Zum Tee wollte man dann wieder auf Carrington Castle zurück sein.

Edward parkte den Bentley auf einem für ihn reservierten Parkplatz und nun gingen sie zum Boot. Es hieß Elisabeth und trug den Namen von Edwards verstorbener Frau. Die Elisabeth war schon mehr als nur ein Boot. Sie war eine prächtige Segelyacht. Edward zeigte Kenia alles an Bord und Kenia war beeindruckt von dem Luxus, der hier herrschte. Es gab unter Deck einen kleinen Salon, einen Speiseraum, ein Bad mit Dusche und Badewanne, vier große Schlafkajüten und eine mit allem ausgestattete kleine Kombüse. Diese Yacht bekam Edward vor elf Jahren von seinem Vater zur Hochzeit geschenkt. Mit ihr unternahm das junge Paar eine sechswöchige Hochzeitsreise in die Karibik.

Edward wurde nachdenklich, Wahrscheinlich dachte er an diese Zeit zurück, in der noch glücklich und jung war. Doch schon war er wieder konzentriert und sprach freundlich zu seinem Sohn: „Komm Kevin, wir beide machen jetzt das Schiff klar damit wir endlich in See stechen können.“ Kevin war begeistert und war, seit sein Vater daheim war richtig lebhaft geworden. Er unterschied sich jetzt durch nichts von gleichaltrigen Jungen. Der Wind stand günstig und so nahm die Yacht ihre flotte Fahr auf. Als sie eine Stunde über das Meer gefahren waren, stoppte Edward die Yacht und die beiden Männer holten die Angeln raus. Kenia saß derweil auf einem Liegestuhl an Deck und als es Zeit für den Lunch war, deckte Sie den Tisch. Edward und sein Sohn fingen vier Aale und einen Heilbutt. Dann setzten sie sich an den Tisch im Esszimmer und nahmen
den Lunch ein. Nach dem Essen ging die Fahrt zurück zum Hafen von Hamshire.


Auf der Rückfahrt schaute Edward Kenia immer wieder an und sie senkte beschämt den Blick.

Edward half Kenia von Bord und hielt dabei ihre Hand eine Sekunde länger als notwendig. Täuschte sie sich oder schaute er sie mit seinen blaugrauen Augen forschend an? Kenia errötete und ging schnellen Schrittes zum Bentley. Edward und Kevin gingen hinter ihr. Edward öffnete galant die Beifahrertür und ließ Kenia einsteigen. Dann ging es zurück nach Carrington Castle. Auf der Fahrt waren Edward und Kenia schweigsam, während Kevin nicht aufhören konnte alles was ihm gerade in den Sinn kam zu erzählen. Er war jetzt geradezu gesprächig. Bis zum Tee war noch eine Stunde Zeit und Kenia verbrachte diese Zeit in ihrem Zimmer. Sie legte sich auf ihr Bett und las.

Als Kenia um 16 Uhr den kleinen Salon betrat, schaute der Senior zu ihr auf und bestellte ihr viele Grüße von der Familie Morris und die Einladung zum Tee für den nächsten Tag. Der sonst so wortkarge Mann sagte: „ Du musst bei der Familie Morris einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben, so wie Mrs. Morris von Dir sprach.“ Das war ein großes Lob von dem Mann, der sie sonst kaum mehr beachtete als ein x-beliebiges Möbelstück. Edward dagegen schaute missmutig drein, sagte aber nichts.

Am nächsten Tag war Edward mit Kevin schon früh unterwegs. Sie wollten neue Kleidung für Kevin kaufen und erst am Abend zurück sein. So ging Kenia im Park spazieren und vertrieb sich so die Zeit. Später holte sie sich ein Buch aus der Bibliothek und las bis es Zeit war sich für Tee bei Familie Morris anzukleiden.
Pünktlich wurde sie von Jeff abgeholt. Beim Tee unterhielten sich alle sehr angeregt und es kam die Sprache auf Edward.

Mrs. Morris sagte: „Es wird von Edwards Familie kaum über die erste Ehe und den Tod seiner ersten Frau geredet. Sie war bildhübsch aber nicht treu. Das war Edwards großer Kummer in dieser Ehe. Eines Tages hatte seine Frau sich so in einen Südamerikaner verliebt, dass Sie mit ihm gehen und Edward verlassen wollte. Edward hätte einer Scheidung, schon wegen des Kindes nicht zugestimmt. Also wollte Elisabeth mit Ihrem eigenen Segelboot zusammen mit dem Geliebten bei Nacht und Nebel einfach fliehen. Als sie schon aus der Bucht hinaus gesegelt waren wurde das Wetter immer stürmischer und die Wellen so hoch, dass sie über dem Boot zusammenschlugen. Das Boot kenterte und zwei Tage suchten die Rettungsmannschaften nach den beiden. Man fand nach drei Tagen ihre Leichen, die bei Hamshire ans Ufer gespült wurden. Dieses Unglück hat Edward nur schwer verkraftet und sich seitdem in seine Arbeit gestürzt. Frauen waren seit dem für ihn indiskutabel.“

Aha, jetzt wusste Kenia Bescheid,warum die derzeitige Situation so war und warum Kevin so oft auf seinen Vater verzichten musste. „Mir tut nur der Junge leid, dass er so unter der Situation leiden muss.“ antwortete Kenia. „Seit Edward da ist, ist Kevin ein richtig fröhlicher Junge geworden und man merkt, wie sehr er seinen Vater braucht.“ Mrs. Morris schaute sie mit einem mitleidigem Blick an. „Ja, uns allen tat das alles auch sehr leid, auch für Edward. Er ist überall beliebt und wir alle hätten ihm etwas Besseres gewünscht.“ Kenia hatte sich an diesem Nachmittag gut unterhalten und viel erfahren. Schnell verging die Zeit und es war jetzt so weit, dass Jeff sie zu Carringtons zurückfuhr.

Das Dinner in Carrington Castle verlief schweigsam und danach zog sich jeder in seine Gemächer zurück. Die nächsten zwei Tage verbrachte Kenia sehr eintönig und allein, denn Kevin war oft mit seinem Vater im Wald und in den Feldern unterwegs. Danach kam ein Anruf von Jeff und er lud Kenia erneut zu einem Ausritt ein. Es war Sonntags morgens und Kenia ging früh aus dem Haus. Jeff wartete schon in seinem Cabriolet auf sie. Kenia freute sich auf den Ausritt und die willkommene Abwechslung.

Sie und Jeff ritten im wilden Tempo über Wege und Wiesen als Ihnen ein Reiter entgegen kam. Es war Edward auf seinem sechsjährigen Rappen, den er regelmäßig ritt ,wenn er in Carrington Castle war. Edward grüßte kurz und ritt dann im vollen Tempo an Ihnen vorbei.

Auf dem Hof der Morris´es angekommen, gab es eine kleine Erfrischung und anschließend brachte Jeff Kenia zurück nach Carrington Hall. Kenia war sehr nachdenklich und einsilbig geworden, ja richtiggehend durcheinander. „Was ist los“ fragte Jeff. „Du bist heute so zerstreut oder hat Edward Dich so durcheinander gebracht?“ Er warf Kenia einen besorgten Blick zu und diese senkte ihre Lider, um ihm nicht in die Augen schauen zu müssen. Schade, dachte Jeff, eine solche Frau hätte ich gern. Er half Kenia aus dem Wagen, und verabschiedete sich wie ein Gentleman.


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Beim Dinner saßen alle schweigsam und aßen Lammkotletts in Mintsoße. Edward musterte Kenia und nach dem Dessert sagte er plötzlich zu ihr: „Wenn Du willst, dann kannst Du mich morgen früh begleiten. Ich will morgen früh ausreiten und das ganze Anwesen begutachten, damit ich weiß, ob einige Koppelzäune repariert werden müssen.“ „Gern,“ antwortete Kenia zurückhaltend und das Blut schoss in ihren Kopf. Nach dem Dinner zog sie sich zurück und legte sich zu Bett. Doch es dauerte lange, bis sie einschlafen konnte. Kenia war froh, als die Nacht vorbei war und als sie in ihrem Reitdress zum Frühstück eilte, da war Edward gerade fertig. Seine Augen ruhten auf ihr und sein Blick ging ihr durch Mark und Bein. Er legte seine Hand auf ihre Schulter und sagte:“Dann sehen wir uns also gleich im Stall“. Kenia nickte und beeilte sich mit dem Frühstück. Als sie zum Stall kam, da waren die beiden Pferde schon gesattelt. Edward ritt seinen sechsjährigen Rappen und Kenia bekam einen gut gebauten, munteren Fuchswallach. Er war temperamentvoll aber sonst ein durch und durch ehrliches Pferd und für eine so geübte Reiterin wie Kenia kein Problem. Zuerst ritten sie im leichten Trab und schließlich jagten sie im hohen Tempo über die Wiesen und Felder des Anwesens. Sie übersprängen mühelos jeden Wassergraben und jeden Baumstamm, der ihnen im Weg lag. Edward war ein hervorragender Reiter aber auch Kenia war eine sehr geübte Reiterin und mit ihrer schlanken Gestalt war sie auf dem großen Pferd eine regelrechte Augenweide, an deren Anmut man sich nicht sattsehen konnte.

Auch Edward musste Kenia immer wieder anschauen. Dann verlangsamten sie das Tempo und schauten sich aufmerksam die Weidezäune an. Die meisten waren noch gut in Schuss nur vereinzelt gab es hie und da eine Stelle die repariert werden musste.

Als sie geritten waren hatten sie nur auf sich und die Pferde geachtet. Plötzlich zuckte ein heller Blitz vom Himmel und als sie zum Himmel aufsahen, da sahen sie dicke schwarze Gewitterwolken über sich. „Komm schnell“ rief Edward,. Sie ritten unter die dichten Bäume und suchten dort einen trockenen Unterstand, denn das Gewitter würde gleich losbrechen. Die Pferde banden sie zur Sicherheit gut an. Kaum hatten sie das getan, da ging das Unwetter auch schon richtig los. Grelle Blitze zuckten es hagelte und goss wie aus Kübeln. Zusätzlich kam auch noch Sturm auf und nun boten auch die Bäume nicht mehr genug Schutz vor dem Unwetter. Kenia war schon bis auf die Haut durchnässt und zitterte. Ganz blass stand sie unter der großen Eiche und presste sich dicht an den Stamm. Jetzt stellte Edward schützten vor sie und legte einen Arm um ihre Schultern. Als der Blitz in einen nahen Baum einschlug gab es einen ohrenbetäubenden Schlag und Kenia zuckte zusammen. Zwei starke Arme legten sich um sie und sie hörte Edward mit einer weichen und ganz leisen Stimme sagen:“Hab keine Angst, ich passe schon auf Dich auf“. Kenia wagte nicht sich zu bewegen, das Herz schlug ihr bis zum Hals und das Blut pochte in ihren Ohren. Als das gröbste Gewitter vorbei war, da gaben die starken Arme sie wieder frei. Sie gingen zu ihren Pferden, saßen auf und ritten nun durch den leichten Regen wieder zurück. Kenia war nun ganz verwirrt und wusste nicht wie sie das Verhalten von Edward einschätzen sollte. In Herzensangelegenheiten war sie noch völlig unerfahren und das brachte ihre Gefühle vollständig durcheinander. Und Gefühle hatte sie für Edward von Anfang an. Sie wollte es sich nicht eingestehen und hatte sich von Anfang an dagegen gewehrt, sich eine Närrin gescholten. Nun wusste sie nicht, was sie von Edward halten sollte. Was empfand er für sie? Hatte sie sich heute eingebildet, dass seine Stimme eine Spur zu zärtlich geklungen hatte, hatte sie das Ganze nur geträumt. Hatte sie geträumt, dass seine starken Arme sie beschützend umschlossen und was bedeutete das.?

Kenia war unglücklich und nicht sie selbst. Was dachte Edward über sie und Jeff? Dachte er vielleicht Jeff sei ihr Freund.? Das alles war zu viel für Kenia und sie wusste nicht, wie sie mit Edward jemals über derartiges reden konnte. Trotz allem war er für sie immer noch unerreichbar.


*

Am Abend zum Dinner schien es, das Edward das alles schon vergessen hatte. Er war kühl und überlegen wie immer. Freundlich war er, aber auch zurückhaltend und reserviert. Kenia war einfach überfordert. Sie war jung, unerfahren und zum ersten Mal in ihrem jungen Leben hatte Sie Gefühle für einen Mann. Sie liebte Edward schon vom ersten Augenblick da sie ihn sah, das war ihr jetzt bewusst. Aber was empfand er für sie. Nahm er sie überhaupt richtig wahr?

Nach dem Dinner gingen Kenia und die beiden Männer in den Salon. Kenia bekam einen Cocktail und sie nippte nur daran. Sie hatte Kopfschmerzen und ihr war schwindelig. Auch ihr Hals schmerzte seit kurzem.

Kenia stand auf und wollte auf ihr Zimmer gehen, doch sie kam nicht weit. Sobald sie aufgestanden war, versagten ihre Beine den Dienst. Ihr wurde schwindelig und dann verlor sie Ihre Besinnung. Sie merkte nicht wie Edward sie aufhob, in ihr Zimmer trug und wie Sally sie auskleidete. Als später der Arzt kam, da war sie noch immer ohne Besinnung und hatte hohes Fieber. Der Arzt machte ein ernstes Gesicht und diagnostizierte eine Lungenentzündung Mit besorgter Miene saß Edward an ihrem Bett, während Kenia sich in wilden Fieberträumen wälzte. Edward hielt ihre Hand und kühlte ihre Stirn. Zwischendurch schlug Kenia die Augen auf und glaubte das alles zu träumen. So sehr verwirrte sie dieser Fieberwahn, in dem sie sich befand. Am nächsten Morgen war das Fieber immer noch hoch und der Arzt kam abermals, um ihr die notwendigen Medikamente zu geben. Noch drei Tage hatte Kenia hohes Fieber und war kaum bei Bewusstsein.

Erst nach drei Tagen war die Krise überstanden und es ging langsam bergauf. Sie war noch einige Tage blass und schwach. Später durfte sie jeden Tag für einige Stunden aufstehen. Nach und nach kamen die alten Kräfte zurück und Kenia war vollständig genesen.


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Kenia ging jetzt wieder oft allein spazieren. Oft ging sie den Weg an den Klippen entlang, hinunter zum Strand. Als sie eines den Weg an den Klippen entlangging und zum Strand schaute, da sah sie zwei Männer die am Strand standen und heftig diskutierten. Es waren Edward Earl of Carringten und Jeff Morris. Sie konnte nicht verstehen worum es ging und beschloss umzukehren bevor sie von den beiden gesehen wurde.

Sie schritt langsam weiter und hing ihren Gedanken nach. Jeff war ein netter Kerl und ein guter Freund geworden. Für Edward empfand sie ganz anders. Sie liebte ihn mit jeder Faser ihres Herzens und war nicht glücklich darüber. Warum musste sie jemanden lieben, der ihre Liebe nicht erwiderte und sie niemals beachten würde.
Kenia war einfach nur unglücklich und konnte ihre ehemalige Leichtigkeit und Unbekümmertheit nicht wiederfinden. Sie vermied es mit Edward zusammenzutreffen, aus Angst er würde merken wie es um sie steht. Diese Schmach wollte sie nicht auch noch erleben müssen. So ging sie meist allein aus dem Haus und war auch bei den Mahlzeiten eher still und froh, wenn niemand sie beachtete.

Eines Tages kam Jeff auf das Anwesen und fragte nach ihr. Er wartete auf sie im kleinen Salon. Als Kenia den Raum betrat stand er auf und überreichte ihr einen Blumenstrauß. „Ich möchte mich nur von Dir verabschieden. Morgen fahre ich zurück nach London. Das neue Semester fängt in einigen Wochen an und ich muss mich noch darauf vorbereiten. Daher kann ich leider nicht länger bleiben. Ich habe mich aber gefreut Dich kennen zu lernen und hoffe, dass Du, wenn ich mal wieder hier bin gelegentlich mit mir durch Wiesen und Felder reiten wirst.“sagte er freundlich und sie wusste, dass es auch ehrlich gemeint war. Sie reichten sich zum Abschied die Hände. Er hielt die ihre einen Moment fest, schaute ihr fest in die Augen und sagte:“Du musst nicht so traurig sein, ich wette, dazu hast Du keinen Grund.“ Kenia fand das alles sehr rätselhaft und sie sagte: „Auf Wiedersehen Jeff, wenn Du wieder hier bist, dann freue ich mich, wenn Du Dich bei mir meldest. Es ist schön, dich als Freund gefunden zu haben.“ Jeff drehte sich um und ging. Kenia ahnte nicht, dass ihm der Abschied nicht so leicht fiel wie er vorgab. Doch auch er wusste, dass Kenia ihn nur als guten Freund ansah und nichts anderes. Weiß Gott, wie sehr hatte er sich gewünscht, dass es anders wäre.

Nun da Jeff fort war, ging Kenia wieder oft allein spazieren. Edward wich sie aus, wo sie nur konnte. Sie konnte es nicht ertragen ihn zu sehen, so nah und doch so fern.

Es war schon Mitte August und eines Tages wurde Sie in den kleinen Salon gerufen. Als sie Edward dort am Fenster stehend sah blieb sie wie versteinert stehen und ihre Augen blickten fragend. Edward hatte sie kommen gehört und drehte sich um. Er ging einige Schritte auf sie zu bis er dicht vor ihr stand. Er sagte: „Ich muss morgen wieder nach London und möchte Dich bitten, dass Du Dich auch weiterhin so gut um Kevin kümmerst. Deine Gegenwart tut ihm sehr gut.“ Kenia nickte und dachte bloß keine Regung zeigen, obwohl ihre Augen etwas ganz anderes sagten. Dann fügte er hinzu: „Im November komme ich wieder.“ Noch ehe Kenia antworten konnte hatte er ihr einen Kuss auf die Stirn gegeben und war schnell verschwunden. Schon hörte sie den Motor des Bentley anspringen und den Wagen davonfahren.

Verdutzt stand Kenia noch immer an der gleichen Stelle und konnte sich das nun nicht erklären. Was war jetzt passiert? Was passierte? Kenia war eher verstört als gefasst. Ihr Herz klopfte und sie wusste nicht, wie sie die nächsten Monate bis November so leben sollte. In dieser Ungewissheit.

Das Leben war nun fast wieder so wie vorher, als Kenia die ersten Wochen in Cornwall verbrachte. Doch einiges hatte sich verändert und eigentlich war nichts mehr so wie vorher. Kenia hatte ihre jugendliche Unbeschwertheit verloren und war oft sehr nachdenklich. Ihr Herz gehörte Edward und sie wusste nicht, was er für sie empfand, ob er sie überhaupt als Frau sah oder nur als Gouvernante für seinen Sohn.

Es hatte sich aber noch etwas verändert. Edwards Vater nahm sie plötzlich als Person wahr und ließ sich nun öfter dazu herab, sich mit ihr zu unterhalten, oder sie zu einem Cocktail im kleinen Salon einzuladen. Auch auf seinen Ausritten durfte sie ihn nun regelmäßig begleiten. Kenia durfte ausreiten wann immer sie wollte, nur nicht allein. Es war die Anordnung Edwards, dass sie nur in Begleitung ausreiten durfte. Zu groß war die Gefahr, dass man, wenn man allein mit dem Pferd unterwegs war, nach einem Unfall verletzt und hilflos irgendwo liegen könne.

Kevin machte in der Schule gute Fortschritte Dass er intelligent war, das hatte Kenia schon früh bemerkt. Doch jetzt lernte er mit Freude.. Auch sonst hatte sich der einst so zurückgezogene Junge sehr verändert. Er war nun aufgeschlossen und redete oft munter drauf los. Gutgelaunt stieg er morgens in die Limousine, wenn James, der Chauffeur, ihn zur Schule nach Hamshire fuhr. Kenia verbrachte viel Zeit mit Kevin und oft saßen sie in seinem Baumhaus und schauten den Tieren zu.

Wenn Kenia allein war, dann dachte Sie meistens an Edward, an seine starken Arme, seinen Kuss, den er ihr zum Abschied auf die Stirn gab und an seine zärtliche, warme Stimme, damals im Gewitter. Manchmal kam ihr das alles so unwirklich vor, dass sie dachte, sie habe das alles nur geträumt.

Die Wochen vergingen und es wurde Herbst. Die Blätter wurden bunt und fielen von den Bäumen. Es regnete wieder häufig und die ersten starken Herbststürme zogen auf. Es war Oktober und immer häufiger musste Kenia an Edward denken. Oft lag sie nachts in den Kissen und weinte sich in den Schlaf. Sie hatte seit dem Abschied nichts mehr von ihm gehört. Wahrscheinlich hatte er sie längst vergessen. Was sollte er auch mit einem Mädchen wie ihr anfangen. Diesem Mann lag wahrscheinlich in London die ganze Frauenwelt zu Füßen und er brauchte nur einmal die Hand auszustrecken.

Kenia versuchte nicht mehr an ihn zu denken und andere Gedanken gingen durch ihren Kopf. Im November hatte sie Geburtstag. Dann wurde sie 21 und damit volljährig. Ein Schmerz durchfuhr ihre Brust. Kenia dachte an ihren zwanzigsten Geburtstag. Das war der letzte Geburtstag, den sie gemeinsam mit ihren Eltern feierte. Jetzt waren beide nicht mehr am Leben. Wie schnell sich doch das ganze Leben ändern konnte.

Die Spaziergänge zum Strand wurden jetzt seltener, denn es war nicht ungefährlich bei diesem Sturm allein dort herumzulaufen. Mehrere Meter hohe Wellen schlugen am Strand auf. Kenia nahm jetzt oft den Weg über die Wiesen und Felder, wo man das Meer von weitem sehen konnte. Ihre Tage waren meist einsam und grau und mit Unbehagen dachte sie an ihren morgigen Geburtstag. Der erste Geburtstag ohne ihre Eltern. Sie beschloss den Tag auf ihrem Zimmer zu verbringen und an ihre toten Eltern zu denken. Sie hatte eine Kerze in ihrem Zimmer aufgestellt, die sie morgen für Ihre Eltern anzünden wollte.





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Das Wetter an ihrem Geburtstag war ungemütlich, regnerisch und grau. Kenia fröstelte als sie aufstand und nach dem Frühstück ging sie sofort auf Ihr Zimmer. Ebenso suchte Sie nach dem Lunch sofort wieder ihr Zimmer auf. Am Nachmittag lernte Sie wie üblich mit Kevin, der ihr zum Geburtstag gratulierte, ihr Blumen und Konfekt überreichte. Dann nahmen sie im kleinen Salon den Tee ein. Danach verschwand Kenia wieder auf Ihr Zimmer, wo ein großes Paket auf Sie wartete. Sie öffnete das Paket und obenauf lag eine Karte. Dort stand: Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 21. Geburtstag. Das Kleid ist für Abend zum Dinner.

Kenia wunderte sich und konnte nicht erraten wer ihr das schöne blaue Kleid geschenkt hatte. Auf alle Fälle war es von edler Marke und sehr elegant. Dann fand sie ein weiteres Paket. Diese war etwas kleiner und sie hatte es vor Aufregung übersehen. Sie öffnete auch dieses Paket und zum Vorschein kamen die passenden Schuhe zum Kleid. Ebenfalls eine teure Marke und sehr elegant.

Na gut, dachte Kenia, dann sehe ich heute zum Dinner eben sehr elegant aus. Auch gut.
Als es Zeit war sich zum Dinner anzukleiden, da zog Kenia das Kleid und die neuen Schuhe an. Kaum war sie fertig, als es auch schon an der Tür klopfte. Es war Sally das Dienstmädchen. „Guten Abend Miss,“ sagte sie. „Ich möchte Sie zum Dinner abholen, denn Sie dinieren heute Abend nicht im Speisesaal.“ Sally drehte sich um und ging vor. „Bitte folgen Sie mir Miss,“ sagte sie.
Sie gingen nun in den Teil des Hauses, der Sally bis jetzt fremd war. Es waren einige Gänge die sie entlang gingen und dann waren sie im Westflügel angelangt. Vor einer Tür blieb Sally stehen und öffnete diese. „Bitte treten Sie ein“ sagte sie. Sobald Kenia in den Raum getreten war, schloss sie die Tür hinter ihr wieder. Kenia glaubte sich nun in einem Traum. Groß und kräftig stand Edward vor ihr. Im Raum ein festlich gedeckter Tisch, der nur für zwei gedeckt war. Edward führt Sie an den Tisch und setzte sich ihr gegenüber. Er schenkte Champagner in zwei Gläser und eines davon reichte er ihr. Kenia war immer noch wie im Traum. Sie aß nur wenig und war sehr aufgeregt. Nach dem Dinner nahm er Kenias Hand und zog Kenia sanft mit sich. Er ließ sie sich auf die Couch setzen und setzte sich neben sie. Nun hatte Edward ein kleines Kästchen in der Hand,, das er jetzt öffnete. Im Kästchen befand sich ein Brillantring, den er ihr auch schon an den Finger steckte. Kenia sah ihn fragend an, sagte aber nichts. Sie wagte kaum sich zu rühren. Nun sagte Edward: „Kenia ich möchte, dass Du meine Frau wirst. Das ist der Verlobungsring, der Dir zeigen soll wie sehr ich Dich liebe und dass ich es auch ernst meine.“ Kenia fragte: „aber warum hast Du es mir die ganze Zeit nicht gezeigt? Du bist gefahren und hast Dich nicht bei mir gemeldet. Ich wusste nie, wie es Dir geht.“ Ganz zärtlich sagte er nun:: „Ich wollte, dass Du erst einmal einige Wochen und Monate zur Ruhe kommst und nachdenken kannst über alles. Außerdem bist Du erst heute volljährig geworden und so lange wollte ich warten. Deshalb sage ich dir das alles erst heute. Und? Willst Du mich heiraten Kenia“ fragte er sie jetzt direkt. Ja, hauchte sie, denn zu mehr war sie im Moment nicht fähig. Dann presste Edward sie plötzlich an sich und küsste sie zärtlich aber mit Leidenschaft auf den Mund. So saßen sie noch geraume Zeit und umarmten sich innig. Zu später Stunde brachte Edward seine Braut zu ihrem Gemach zurück und gab ihr einen Kuss, bevor sie hinein ging und die Tür hinter sich schloss. Die Hochzeit sollte sobald wie möglich sein, denn auch Edward wollte nicht mehr länger warten. Glücklich schlief Kenia an diesem Abend ein.